Monika Herrmann: ein Interview mit der Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg

International Women Space: english version below/Interview was made originally in German.

M1420008Am 7. August führten wir ein Interview mit Monika Herrmann, der Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg. Wir wollten von ihr wissen was zu dem politischen Umschwung im Umgang mit der Refugee-Bewegung beigetragen hatte. 2012 wurde es der Bewegung gestattet ein Protestcamp auf dem Oranienplatz aufzubauen. Ein paar Monate später, wurde die Ohlauer Schule besetzt. Der Bezirk führte Verhandlungen mit den Bewohner_innen, die mehr als ein Jahr andauerten. Im Sommer 2014 zwangen die Polizei und der Bezirk einen Großteil der Bewohner_innen dazu die Schule zu verlassen und in vorübergehende Unterkünfte in Berlin und Umgebung zu ziehen. Am Tag dieser Räumung waren einige von uns im Gebäude. Wir wussten von vielen, dass sie Schule nicht verlassen wollten, jedoch Angst vor dem Übergriff der Polizei hatten. Insbesondere die Romafamilien machten sich Sorgen um ihre Kinder und die Gewalt, die sie bei einer Räumung durch die Polizei erfahren würden. Sie waren die Letzten, die das Gebäude verließen. Einige von uns Frauen, vom International Women Space, entschieden sich dazu, sich den Aktivist_innen auf dem Dach der Schule anzuschließen. 9 Tage lang lebten wir zusammen im Belagerungszustand. Im Gegensatz zu dem, was die Polizei dem Bezirk oder der Presse erzählt haben mag, gab es keinen Alkohol und keine Bomben im Haus. Und die Messer, die die Polizei sah, waren, wie in jedem gewöhnlichen Haushalt, zum Kochen da. Wir waren eine Gruppe, die die politsche Verantwortung sahen, das Haus zu verteidigen und das Konzept des selbstorganisiertes Refugee Centers zu verwirklichen.

Interview

1. Was ist Rassismus für Sie?

Rassismus? Das allererste ist, dass Rassismus bei uns in der deutschen Gesellschaft wieder sehr präsent ist. Rassismus ist, wenn man eine Gruppe von Menschen auf Grund von ethnischer Herkunft besonders macht. Für mich hat das zwei Seiten: Die eine Seite, der Rassismus über den wir hier viel sprechen, das Ausgrenzen von Leuten, Menschen bestimmte Merkmale zusprechen, im negativen Sinne. Aber wir haben immer wieder auch die Situation – und das gehört für mich zum gleichen Mechanismus, dass wir positive Zuschreibungen haben – , weil Menschen schwarz sind, weil Menschen aus der Türkei kommen, wo man sagt, da ist immer alles ok und da werden besondere Ausnahmen gemacht. Rassismus hat sozusagen zwei Seiten.

In Deutschland ist die Auseinandersetzung mit Rassismus und mit Rassismustherorien nicht besonders gut bereitet. Nicht besonders viele Leute kennen sich mit Rassismus und mit Rassismusstrukturen aus, sondern man spricht manchmal nur von Diskriminierung, um es ein bisschen sanfter zu machen, glaube ich, aber es ist Rassismus. Wir haben eine Situation vor einigen Jahren an einer Schule gehabt, in der alle Kinder nicht deutscher Herkunft in eine Klasse gegeben wurden und das ist für mich Rassismus. Und ich finde auch die Politik, also gerade auch jemand in meiner Funktion, muss sagen: “Das ist institutioneller Rassismus!” Wir sprechen es nicht sehr oft aus. Es gibt eine bestimmte Szene, die von Rassismus spricht, aber der Mainstream in Deutschland, also die Mehrheitsgesellschaft, versucht dieses Wort zu vermeiden.

Ich finde, dass unsere deutsche Gesellschaft sehr von Rassismus geprägt ist, ich meine nicht nur Pegida und Co., die auf der Straße sind, sondern im Alltag. Wenn ich ein gutes Abitur habe und dann keinen Ausbildungsplatz bekomme, weil meine Name ‘Özdemir’ ist, dann ist das nicht Diskriminierung, dann ist es Rassismus. Was in unserer Gesellschaft in Berlin und in Kreuzberg neu hinzukommt, ist, dass zunehmend Menschen mit afrikanischen Wurzeln hierher kommen. Das war früher nicht so ausgeprägt, nicht wie in Brüssel, Paris oder in London- in den Städten ist es schon viel länger Tradition, dass dort viele Menschen unterschiedlicher Hautfarbe leben. Das erzeugt eine Konkurenz zwischen den Migrant_innen und damit müssen wir uns auseinander setzen. Erstens haben wir einen in der arabischen Community vorherrschenden Rassismus gegenüber Menschen afrikanischer Herkunft und wir haben ihn auch in der türkischen Community. Wir haben auch einen anderen Rassismus, den wir Antisemitismus nennen, der ist auch sehr ausgeprägt, denn die Ausgrenzungs- und Zuschreibungsstrukturen sind identisch. Nicht nur die deutsche Mehrheitsgesellschaft grenzt andere aus, sondern auch unter den Gruppen selber haben wir Ausgrenzungsmerkmale und eindeutige Rassismusmerkmale. Das ist gerade ein sehr, sehr schwieriges Thema.

Mein erstes Erlebnis in diese Richtung war ein Treffen zum Oranienplatz mit Anwohner_innen, drumrum, die den Platz leer haben wollten. Von den Anwohner_innen waren viele Leute türkischer Herkunft. Die Supporter, die sich zuvor sehr stark für die türkische Community eingesetzt hatten, setzten sich plötzlich für die afrikanische Community auf dem Oranienplatz ein, was zur Folge hatte, dass die Vertreter der türkischen Community völlig verwirrt waren, dass ihre Supporter nun auf der anderen Seite stehen. Das war sehr dynamisch, würd ich mal sagen.

Das sind Erfahrungen, die sind neu, die kennen wir so in Friedrichshain-Kreuzberg noch nicht. Ich hab da jetzt noch gar keine Antworten zu, wie man das macht. Die Erfahrung, die ich als Bürgermeisterin seit 3 Jahren mache, ist, dass nochmal eine andere Dynamik in die Kreuzberger Gesellschaft reinkommt.

2. Glauben Sie, dass institutioneller Rassismus existiert?

Die Mechanismen von institutionellem Rassismus sind deswegen da, weil die deutsche Gesellschaft rassistisch ist- ich meine es so allgemein. Ich sehe immer wieder Gruppen von Menschen, die politisch arbeiten oder selber von Rassismus betroffen sind, Leute die sich mit Rassismus auseinandersetzen und dagegen auch aktiv vorgehen. Aber die deutsche Mehrheitsgesellschaft sehe ich da noch nicht besonders weit entwickelt bzw. weiss ich nicht, ob wir einen Rückschritt machen, einen “Roll-Back” haben oder ob das einfach unterm Deckel war und jetzt rauskommt, also eh immer schon da war. Da bin ich noch nicht ganz fertig mit dem Denken. Diesen Rassismus findet man natürlich in allen Institutionen wieder. Es gibt keine Ausnahmen. Ob es die Schule ist, ein Bezirksamt oder ob es politische Strukturen sind, also Parteien oder das Abgeordnetenhaus. Ich muss nicht immer auf die Ausländerbehörde gucken- das ist das schlimmste Beispiel, was wir haben. Nein, es ist tatsächlich durchgängig, weil wir uns eben nicht mit Vielfalt- das ist auch wieder so ein schönes weiches Wort- weil wir uns nicht wirklich damit auseinandersetzen, dass die Menschen, die hier sind, auch die Menschen sind, die hier sind. Ist das verständlich? Also, dass das die Gesellschaft ist, damit setzen wir uns nicht auseinander. Außerdem müssen wir auch ein bisschen aufpassen in der Diskussion, die gerne gemacht wird: “Alle Menschen sind gleich!” Ja, alle Menschen sind gleich, aber sie bringen unterschiedliche, individuelle Geschichten mit und sie machen unterschiedliche Erfahrungen und das muss ich berücksichtigen im Dialog.

Wenn in Deutschland die Reden von Integration ist, dann meint die Mehrheit Assimilation, also du musst werden wie ich, weil ich bin der Maßstab. Mein Grundsatz ist ein anderer und das ist auch eine Idee, wo ich versuche mit dem Jugendamt eine andere Haltung zu leben. Es gibt einen Ansatz der nennt sich “der dritte Raum”, der kommt aus den USA und ist verbunden mit dem sogenannten Anti-Bias-Ansatz. “Der dritte Raum” sieht so aus: Du kommst aus deinem Raum, ich komme aus meinem Raum und der Raum, in dem wir uns treffen, ist der dritte Raum. Wie wir uns in diesem dritten Raum begegnen wollen, das müssen wir zusammen aushandeln. Ich will nicht deinen Raum verändern, du sollst nicht meinen Raum verändern, sondern da, wo wir uns begegnen, müssen wir aushandeln, welche Regeln wir haben wollen, wie wir uns begegnen wollen und es ist auch der Raum, wo jede_r von uns Kompromisse machen muss, denn ohne Kompromisse geht es nicht. Das ist Theorie. Das ist in der Praxis sehr, sehr, sehr schwer, aber es ist ein Grundsatz, den wir hier im Jugendamt versuchen umzusetzen.

Im Jugendamt von Friedrichshain-Kreuzberg hab ich es jede_r Mitarbeiter_in zur Auflage gemacht, ein Diversity-Training zu machen. Erst hab ich es freiwillig versucht, da waren es zu wenig. Sie haben dann eine Anordnung bekommen, dass jede_r ein Diversity-Training machen muss. Danach wird es weiterentwickelt, aber alle mussten einen Start machen. Es ist das einzige Amt in ganz Berlin, wo dies überhaupt jemals in dieser Konsequenz durchgeführt worden ist: Von der Stadträtin bis zum Hausmeister.

3. Sind Sie eine Feministin?

Ja. (lacht) Meine politischen Wurzeln liegen in der autonomen Lesbenbewegung der 80er Jahre. Die Lesbenbewegung war feministisch. Später habe ich mich dann entschieden, parteipolitisch tätig zu werden, also nicht mehr im autonomen Bereich aktiv zu sein. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, in die Institutionen rein zu gehen und in die Institution Partei, aber auch in die Institution Verwaltung. Ich bin seit 25 Jahren in der Verwaltung, weil ich tatsächlich Dinge auch verändern wollte. Ich bin eine sehr überzeugte Anhängerin davon, dass wir die Straße brauchen, also die autonomen Gruppen, ob das jetzt die Lesben sind oder die Antifa ist- wir brauchen diese Gruppen auf der Straße auf jeden Fall. Aber wir brauchen auch die Leute, die versuchen die Grundideen in die Instiution, Verwaltung und Partei reinzubringen und umzusetzen. Man kann immer nur ein bisschen davon umsetzen. Dies ist ein sehr schwerer Weg, denn die Gegenpositionen sind sehr, sehr hart und sehr groß und ich sehe meine politische Aufgabe darin, immer und immer wieder Stücke von meiner politischen Überzeugung auch in diese Strukturen mit einzubringen. Das gelingt mal mehr und das gelingt mal weniger.

Ich habe was die Partei angeht sicher einen einfacheren Weg gewählt, was vielleicht in der CDU eine härtere Herausforderung gewesen wäre. Ich hab mir die Grünen ausgesucht, weil ich weiss, dass da viele sind, die das auch so sehen. Aber dadurch, dass ich in die Verwaltung reingegangen bin, kämpfe ich jetzt seit 25 Jahren für eine Veränderung von Bürokratie, Administration und Politik. Deswegen bin ich so stur.

Das Problem an dieser Position, wenn man diesen Weg versucht zu gehen, ist, die Straße sagt “Du machst es nicht gut genug! Du bist nicht zu 100%, wie wir das wollen”, haben immer viele Beschwerden und sagen “Verrat!”. Die andere Seite sagt “Du bist viel zu radikal, du passt hier gar nicht rein! Das ist alles Provokation!” Dann ist man in der Mitte und es ist immer schwierig, das auszubalancieren. Es gelingt nicht immer und dann kommt die eine Seite: “Peng!” und dann kommt die andere Seite: “Peng!”

4. Frauen flüchten vor Krieg, Armut und Verfolgung auf Grund ihres Geschlechts. In den meisten Fällen spielen alle drei Faktoren eine große Rolle. Was ist Ihre Position im Bezug auf geflüchtete Frauen? Inwiefern sind Sie als Frau damit beschäftigt?

Wenn man die konventionelle Asylpolitik in Deutschland betrachtet, haben wir ja genau zwei Punkte nicht als Asylgrund: das ist das Frau sein per se und es ist Homosexualität, in dem Fall lesbisch sein. Durch diese Form von Asylpolitik wird all das, was in Lebensrealitäten von Frauen eine Rolle spielt, wie Sexismus, Ausgrenzung, Diskriminierung etc. komplett ausgeblendet. Die Lebensrealität von Frauen wird nicht gesehen, wird ignoriert. Ich finde, dass wir in dieser Hinsicht dringend eine Veränderung brauchen, vor allem auch was lesbische Frauen betrifft. Außerdem müssen wir auch verändern, dass Frauen, die hierher kommen, nicht so und so viel Jahre mit den Männern verheiratet sein müssen, dass sie eine Eigenständigkeit haben, was ihr Hierbleiben betrifft. Das betrifft beispielsweise auch türkische Frauen etc., also nicht nur Frauen, die aus Kriegsländern verfolgt werden.

Ich habe mich durch eure Etage tatsächlich das erste Mal mit den Unterbringungen in den konventionellen Einrichtungen auseinandergesetzt. In der Diskussion mit euch ist mir tatsächlich erst bewusst geworden, dass der Sexismus letztendlich dann hier weitergeht: die sexuellen Übergriffe etc., dass die Frauen hier davor ja gar nicht geschützt sind, da wir hier ja in der Regel keine Frauenetagen haben. Sie sind auch hier in der Regel wieder abhängig von den Männern, wenn sie als Familie kommen. Sie sind selten wirklich frei oder können frei werden, weil sie sich im traditionellen Bild, was die deutsche Gesellschaft auch hat, sich um die Kinder kümmern, eher zu Hause bleiben. Wenn es Arbeit gibt, dann gibt es die eher für die Männer. Das heisst, die Abhängigkeit von den Frauen wird hier fortgeführt. Deswegen fand ich das Zeichen wichtig, was ihr in der Gerhart-Hauptmann-Schule gesetzt habt. Ich fand, dass es zu wenig Beachtung gefunden hat, warum ihr das gemacht habt. Auf Grund des Gespräches und des Erkennens bei mir, haben wir auch gesagt, wenn die Gerhart-Hauptmann-Schule ein Flüchtlingszentrum werden kann, wird es eine eigenständige Etage nur für Frauen geben. Das ist also auch das Ergebnis der Arbeit. Das muss ich so auch mal sagen.

5. Asylsuchende kämpfen seit fast 3 Jahren auf den Straßen von Berlin, vor allem in Kreuzberg. Was ist Ihre politische Position zur Selbstorganisierung von Geflüchteten auf dem Oranienplatz und in der Schule?

Ob ich sie repräsentiere? Das glaube ich nicht, weil sie es akzeptieren müssten- und ich glaube, das tun sie nicht. Wir können uns gerne einmal über die Selbstverwaltung am Oranienplatz und in der Schule unterhalten. Ich glaube, es war wichtig, dass der Oranienplatz besetzt wurde. Ich glaube auch, dass es wichtig war, den Kampfbegriff der Selbstverwaltung zu haben. Die Erfahrung, die wir gemacht haben, die ich auch gemacht habe, war, dass weder die Schule noch der Oranienplatz selbstverwaltet war. Selbstorganisation und Selbstverwaltung ist eine der anspruchvollsten Formen des Zusammenlebens. Der politische Teil der Bewegung hat es versucht. Der weitaus größere Teil war nicht politisch, sondern war sehr glücklich, am O-platz und in der Schule in Sicherheit zu sein. Es war ihnen genug, eine Matratze zu haben, ein Dach oder Zelt und Wasser und Toiletten in der Schule. Aber sie wollten in aller erster Linie einen Ort haben, wo sie sicher sind und sie wollten deutsche Papiere haben, was ich normal finde, das würde ich auch wollen.

Die Männer haben mir gesagt, sowohl vom Oranienplatz als auch von der Schule, vor allem aber vom Oranienplatz, dass sie weg wollen aus diesem Slum, aus dem Dreck, aus der Gewalt. Sie wollen deutsche Papiere haben, sie wollen Arbeit haben, dann wollen sie eine eigene Wohnung haben. Die Mehrheit hatte nicht vor, den Oranienplatz für immer als selbstverwalteten Ort zum Wohnen zu halten, aber für die politische Arbeit schon. And that’s the problem for Selbstverwaltung. Es ist eine politische Idee gewesen, die ich gut nachvollziehen kann, die ich zum Teil auch unterstütze, aber die Mehrheit der Flüchtlinge hatte eine andere Idee.

6. Sicherlich gibt es einige Gründe dafür, dass die Refugee-Bewegung, gerade in Kreuzberg so gewachsen ist. Wir erkennen, dass der Bezirk der Bewegung zu Anfang Unterstützung geleistet hat. Denken Sie nicht, dass ein historischer Moment verpasst wurde, als der Bezirk sich entschied zu räumen? Inwiefern hat sich Ihre Sicht auf die Dinge, bezüglich der Schule geändert, als Sie sich nach Monaten von Verhandlungen mit Hans Panhoff dazu entschieden zu räumen?

Auch da haben wir einen Mythos. Wir haben weder den Oranienplatz noch die Schule geräumt. Wenn wir als Bezirk beide Orte geräumt hätten, wäre eine Spezialeinheit der Polizei gekommen und hätte die Leute rausgeprügelt. Was ich immer gesagt habe: “Wir räumen beide Orte nicht mit der Polizei!” Die ersten, die den Oranienplatz besetzt hatten, waren am Ende nicht mehr dieselben. Das muss man wissen, das war ein kompletter Austausch. Die von der Karawane¹1 kamen, waren ganz viele Leute aus dem Iran, Irak, ich glaube auch aus Syrien, und das war eine sehr, sehr, sehr politische Bewegung. Die Männer, die am Ende auf dem Oranienplatz waren, haben zwar politische Aktionen gemacht, es ging aber darum, dass sie hauptsächlich Papiere und Unterkünfte haben wollten.

Ich glaube, es war Oktober, als die Männer auf dem Platz zu mir gesagt haben: “Wir wollen hier nicht mehr wohnen, organisier uns ein Haus!” Daraufhin hab ich gesagt: “Wieso? Das ist mir neu, ich dachte, ihr wollt diesen Platz auch als Wohnsymbol besetzen?” Du musst dir vorstellen, 80 Mann standen um mich rum. Ich bin sehr klein, alle standen, brüllten, schrien. Es war sehr, sehr, sehr dynamisch (lacht) und sie sagten: “Wir, die wir hier stehen, du sprichst jetzt mit uns, du sprichst nicht mit Supportern, wir, die wir hier stehen, wir wollen hier weg! Besorg uns ein Haus!” Dann habe ich gesagt: “Ok, dann versuchen wir ein Haus zu finden!”

Das Besondere an der Situation ist, dass fast alle Männer illegalisiert waren, sodass es für diese Männer, sowohl auf dem Oranienplatz als auch in der Schule, kein Recht gibt, vom Staat eine Unterkunft zu bekommen. Das erste war “Wir wollen ein Haus!” Das hab ich dann öffentlich gemacht. Der Widerstand des Bezirks gegen Henkel, die Energie der Bewegung, die Solidarität der Bevölkerung hatte den Erfolg, dass all das zusammen dem Senat von Berlin 570 Unterkünfte abgetrotzt hat. Das ist eine Sensation gewesen, weil sie waren alle 570 illegalisiert und wir haben alle gemeinsam den Senat in die Knie gezwungen. Warum es nicht positiv in Erinnerung bleibt, liegt unter anderem an einer Zusage, die gebrochen worden ist. Der Innensenator hat zugesagt, ich war dabei, ich hab’s gehört, also kein Gerücht, er hat wirklich gesagt, dass von den 570 Menschen die Verfahren nach Berlin geholt und geprüft werden. Er hat die Verfahren nicht nach Berlin geholt. Er hat geprüft, in den großen, deutschen Computern für Asyl, eine große Datenbank: “Aha, Cem Özdemir hat sein Asylverfahren in Baden-Würtenberg gestellt- dann ist Cem Özdemir hier in Berlin illegal.”- We knew that before. Das war alles. Und das ist der Wortbruch, das ist ein Verrat. Wenn er sein Wort gehalten hätte, hätten nicht alle einen positiven Überprüfungsausgang gehabt, wäre nicht alles positiv entschieden worden. Das war uns allen klar. Aber es hätten viele eine gute Chance gehabt und jeder, der ein positives Ergebnis gehabt hätte, wäre ein Erfolg gewesen, für jeden individuell und für uns.

Nun zur Schule. Innensenator Henkel hat die Zusage des Senats für Unterkünfte für die Männer, vor allem vom Oranienplatz, davon abhängig gemacht, dass die Schule gleich behandelt wird. Es war also auch aneinander gekoppelt. In der Schule waren auch viele, in erster Linie Männer, die aus der Schule raus wollten und die das Angebot auch wollten. Eine zweite Koppelung war: Der Senat hat, weil die Menschen ja illegalisiert waren, eine Sonderbestimmung beschlossen, so dass der Senat nicht illegal handelt. In dem Papier stand auch drin, wann die Leute die Zelte abbauen sollen, nämlich an dem Tag, an dem der Beschluß gefasst worden ist, also am gleichen Tag, innerhalb einer Stunde. Wenn die Männer vom Oranienplatz das nicht angenommen hätten, wäre die Zusage obsolet gewesen. Für die Schule galt dies ungefähr eine Woche später. So dass Hans Panhoff²2 in der Schule war und es den Menschen auch gesagt hat. Frau Kolat³3 hatte ja drei Monate lang geheim verhandelt, wir waren nicht informiert, wir wussten nichts. Sie hatte gesagt, dass sie das mit Vertretern aus der Schule auch so besprochen hat. Als Hans Panhoff gesagt hat: ”So Leute, sieht gut aus.” Haben sie gesagt: “Mit uns hat keiner gesprochen.” Ich glaube den Flüchtlingen. Ich glaube in der Tat, dass Frau Kolat kein Wort mit Leuten aus der Schule gesprochen hat. Ich glaube, dass Frau Kolat nur den Oranienplatz im Fokus hatte und der Innensenator Henkel ihr die Schule noch ganz am Ende reingedrückt hat. So war das Chaos perfekt.

Es dauerte drei Monate, dass die alternativen Unterkünfte für die Leute aus der Schule zu Verfügung gestellt wurden. In diesen drei Monaten war die Schule für viele von den Menschen, die dort gewohnt haben, emotional ein Horror. Wie alle hatten auch sie die Idee, es gibt Papiere, und sie warteten jeden Tag, dass das passiert, was der Senat ihnen zugesagt hat.

Wir wissen, dass das Zusammenleben in der Schule nie einfach war. Es gab immer Gewalt, es waren immer emotionale Ausnahmezustände, es gab immer viel Alkohol, viele Drogen, das wissen wir alles. Zum Ende hin ist aber die emotionale Situation so schlimm gewesen, dass es sich nochmal verschärft hat. Und wir wissen, dass in der Zeit ein Mann umgekommen ist. Das ist etwas, wo ich ganz deutlich sage, hätte der Senat seine Zusagen schneller umgesetzt, würde der Mann noch leben. Es war nicht eine Frage, ob da eine Dusche mehr steht oder nicht. Die Leute waren… je länger es dauerte, je mehr waren sie depressiv, desto mehr waren sie hilflos, desto wütender wurden sie. Wir konnten keinen zusätzlichen politischen Druck aufbauen, denn wir warteten ja alle auf die Umsetzung einer Zusage, die es schon gegeben hatte.

Nach drei Monaten Warten kam ein zweiter Sonderbeschluß des Senats und auch bei diesem war wieder die Vorgabe: wir beschließen und ihr habt eine Stunde Zeit, bis es anfängt, dass die Leute ausziehen können. Wenn ihr das nicht organisiert bekommt und die Leute nicht ausziehen, ist alles obsolet, also alles ungültig.

Hans Panhoff war am Freitag vorher wieder in der Schule. Am Dienstag4 waren viele Leute da und warteten darauf, dass sie ausziehen können. Ich hatte im Vorfeld gesagt, dass ich mir sicher bin, dass nicht alle Leute ausziehen werden, dass nämlich die Leute nicht ausziehen werden, die das Haus als einen politischen Ort betrachten. Das ist auch passiert. Das Problem in der Tat war, dass sie auf dem Dach waren. Da gibt es ja kein Gitter, es ist leicht schräg. Also eine sehr, sehr, sehr gefährliche Situation. Die Einschätzung der Polizei war, dass im Haus Möglichkeiten sind, sie nannten es Bomben und Molotovcocktails, um das Haus anzuzünden, und im Treppenhaus soll sehr viel Benzin schon vergossen worden sein. Einer der Bewohner sagte auch, das hatte die Polizei auch gefilmt, er würde das Haus anzünden. Er hat es aber vorher schon auf jeder Versammlung gesagt. Von daher weiss ich nicht, wie ernst oder nichternst es war. Die Polizei hat jedenfalls die Situation als sehr gefährlich eingeschätzt. So, dass sie gesagt haben, der Status Quo wird gehalten. Das ist erstmal o.k. so. Weil die Idee grade wegen dem Dach war, wenn die mit der Polizei da rum marschieren… und die Kollegen5 dann…, ob sie ihre Bomben rausholen, weiss ich nicht, aber ich weiss, dass sie zum Beispiel relativ große Messer hatten. Wenn da eine kleine Rangellei passiert wäre, wäre wahrscheinlich zumindest jemand zu Schaden gekommen, ob gleich zu Tode weiss ich nicht. Aber es war wirklich eine gefährliche Situation durch das Dach.

Und dann hat die Polizei Kreuzberg 36 abgeriegelt, für neun Tage. Ich sage hier deutlich: ohne Grund. Wir haben hier viele Nächte mit der Polizei gesessen. Polizeipräsident, Staatssekretär für Inneres, die Männer mit den vielen Sternen, und haben versucht, den Belagerungszustand auflösen zu lassen. Die Polizei hat gesagt, dazu haben wir keine Befugnis, das zu entscheiden. Das ist eine gefährliche Situation und sie müssen den Kiez soweit abriegeln, weil es sonst zu gefährlich wäre. Das Spiel, was sie mit uns spielten, war auch so, dass sie gesagt haben, es ist eine gefährliche Situation auf dem Gelände der Schule und sie bestimmen, wer rein und wer raus darf. Die Polizei hat gesagt, die Presse darf nicht auf’s Gelände, nicht das Bezirksamt.

Das war eine vergleichbare Situation, wie bei Napuli, als sie auf dem Baum war. Die Polizei wollte, dass Napuli kein Essen und Trinken bekommt, dass sie ausgehungert wird. Ich habe gesagt: “In meinem Bezirk wird niemand ausgehungert!” Am Baum unten stand ein Polizist und als Hakan6 und Canan7 kamen, um Napuli was zu Essen zu geben, hat der Polizist gesagt, der Bezirk hat verboten, dass Napuli Essen und Trinken kriegt. Haben wir nicht, im Gegenteil.

In der Schule war es die gleiche Situation, sodass sich die Emotionen vor der Schule sehr radikalisierten. Ich hab Todesdrohungen bekommen und andere lustige Sachen. Die Menschen, die hier im Bezirksrat sind, die Stadträte, meine Kollegen, inklusive meiner Person, wir sind überhaupt nicht erfahren in einer solchen Kriesensituation. Nach meiner Einschätzung ging es damals um Leben und Tod. Welche Entscheidung ist richtig? Es sein lassen? Polizei? Was ist, wenn jemand vom Dach fällt? Du entscheidest über Menschenleben. Und alle, die jetzt sagen, ihr hättet das oder das machen müssen, haben keine Ahnung von dem Horror, den wir hier auch hatten, weil wir nicht wussten, was richtig und was falsch ist.

Wir haben die Polizei gebeten uns zu helfen. Sie haben Spezialkräfte, die psychologisch ausgebildet sind, die werden bei Geiselnahmen eingesetzt. Das sind nicht Leute mit Waffen, sondern Leute, die reden. Sie werden z.B. bei Geiselnahmen eingesetzt. Die Polizei hat uns gesagt, dieses Spezialteam wird uns nicht helfen, solange wir keine Räumung beantragen. Meine Psychologen hier, die wissen was über Kinder, über Familien, aber sie sind keine Spezialpsychologen für solche Situationen.

Es gab keine Bewegung. Wenn das Bezirksamt versucht hat, ins Gespräch zu kommen mit den Jungs auf dem Dach, kamen zwei sehr zugekiffte, gut betrunkene junge Männer runter und haben nur eins gesagt: “Wir wollen Papiere, wenn ihr keine Papiere habt, geht ihr wieder!” All das muss man wissen und wer da war, weiss ja auch, welche Atmosphäre da auch geherrscht hat, um zu verstehen, warum Hans Pannhof gesagt hat, die Polizei soll räumen kommen. Seine Idee war, dass die Männer dann eher bereit sind zu verhandeln. Also nicht nur auf dem Dach sitzen und sagen: Nö, nö, nö, nö, nö, sondern, dass Bewegung in ein Gespräch rein kommt. Ist vielleicht passiert. Bewegung kam. Ob es richtig war oder nicht, kann ich an der Stelle nicht sagen. Ich hab gesagt, ich mach das nicht, also kein Räumungsersuchen an die Polizei. Ich kann es wirklich nicht sagen, ob es richtig oder falsch war, ich weiss nur, dass ich mich anders entschieden habe als er.

Man darf einen Partner in dem Spiel nicht vergessen. Wir hatten noch einen zweiten Druck, der sehr massiv war. Da waren nicht nur die Leute auf der Straße, nicht nur die Leute im Haus, sondern wieder die Polizei. Die Polizei hat gesagt: “Wenn ihr nicht bis 12 Uhr eine Lösung habt oder ein Räumungsersuchen gestellt habt, dann ziehen wir alle Kräfte ab.” Und da haben wir dann vielleicht eine unterschiedliche Haltung. Was wir alle wissen ist, dass es keine Stunde gedauert hätte und das ganze Haus wäre von unten bis oben besetzt gewesen, wenn die Polizei weg gegangen wäre. Das wollten wir nicht, denn dann wären wir wieder da gewesen, wo wir am Anfang waren. Weil die Selbstverwaltung nicht funktioniert hat, weil das Chaos und die Hölle, die da vorher war, wieder da gewesen wäre. So haben wir gesagt: Keine neuen Besetzungen in diesem Haus, dann den Status Quo. Hans hat ein Räumungsersuchen gestellt, hat jedoch mit der Polizei vereinbart, dass er ganz am Ende sagt, ja jetzt räumen oder nicht. Er hat sich versucht, eine Hintertür offen zu halten. Ob die Polizei sich daran gehalten hätte oder nicht, weiss ich auch nicht Ich weiss es nicht. Sie waren kein guter Partner – logisch. Dann war das also so. Und Hans hat ein Papier unterschrieben, was ich für falsch halte, weil er Sachen unterschrieben hat, die wir gar nicht gewährleisten können. Die Leute auf dem Dach wurden immer verrückter und er hatte Angst, wenn er jetzt nicht unterschreibt, dann geht das endlos weiter und die Polizei geht weg. Ich würde sagen, er hat die Nerven verloren, aber das kann ich ihm nach 9 Tagen Belagerungszustand und Psychoterror durch den Polizeipräsidenten auch nicht übel nehmen, oder? Irgendwann bist du fertig.

Ich glaube am Tag danach, standen noch zwei Polizeiwagen vor der Schule. Plötzlich brauchten sie nicht mehr hundert Polizisten und Abriegelung des ganzen SO 36. Von einer Stunde zur andern und da weisst du, dass sie gelogen haben. Denn sie wollten etwas erreichen, der Polizeipräsident und Henkel, der Innensenator, was sie auch geschafft haben. Sie wollten das grüne Herzstück in Berlin gegen die Grünen aufbringen. Wir sollten das Hassobjekt für die Szene werden und auch für ganz normale bürgerliche Supporter und das hat funktioniert. Es ging nicht um Flüchtlinge. Es geht um Schwarz-Grün in Berlin. Weil die Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg kein Schwarz-Grün wollen, auf keinen Fall. Und wenn wir schwach sind in Friedrichshain-Kreuzberg, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die rechten Kräfte bei den Grünen durchsetzen.

8. Was denken Sie über das Statement von Angela Davis in dem sie die Refugee-bewegung als die Bewegung des 21. Jahrhunderts bezeichnet, die Bewegung, die die Rechte aller Menschen adressiert?Und warum wurde Angela Davis der Zugang zur Schule verweigert, als sie unseren Bezirk besuchte?

Angela Davis hätte sich gut auf einem öffentlichen Platz treffen können, auf dem Oranienplatz. Das hätte ich sehr begrüßt. Ich hätte es auch sehr begrüßt, wenn ich von ihr persönlich was gehört hätte. Wir müssen die Dinge, denk ich, ehrlicher betrachten. Das eine ist, dass eine berühmte Menschenrechtskämpferin, Freiheitskämpferin und Feministin nach Deutschland kommt, um in Deutschland Position zu beziehen gegen die falsche Flüchtlingspolitik. Das auf dem Oranienplatz, das wäre perfekt gewesen. Oder aber es kommt eine mit einem sehr bekannten Namen, von Supporter_innen angesprochen – ich fand das sehr genial – um zu versuchen zu provozieren und das Bezirksamt wieder so dastehen zu lassen, wie die letzten Rassisten. Es ging nicht um Angela Davis, es ging darum, uns darzustellen wie die letzten Rassisten und da hab ich gesagt: “Das machen wir nicht!” Ich fand das sehr, sehr schade, denn ich bin ein großer Fan von ihr. Ich bin früher mit dem Button “Free Angela!” rumgelaufen, ich hätte sie gerne persönlich kennengelernt. Aber wenn man einen anderen Plan hat.. Ich bin der Meinung, dass man der Bewegung mit solchen Sachen keinen Gefallen tut. Ein politisches Fest, öffentlich, wo weiss ich wer hätte hingehen können- fantastisch! Stattdessen haben wir irgendwelche Musikbands auf dem Oplatz, pseudopolitisch, trallala… Aber dann wenn man politische Arbeit machen kann auf dem Oplatz, endlich, passiert nichts. Dieser Oranienplatz ist bekannt in ganz Europa und er ist bekannt weit über Europa hinaus. Es gibt eine Genemigung dort etwas zu machen auf einem relativ großen Gebiet. Was ist los mit der Bewegung? Soll ich mir die Sachen ausdenken? Ich hab Ideen. Es ist keine Frage des Geldes, man muss nur Ideen haben, und nicht der weiße Supporter, der jetzt überall rumläuft. O.K., das ist ein anderes Thema..

9. Warum können die Bewohner_innen der Schule keinen Besuch erhalten?

Weil wir die Schule nicht offen frei geben. Wenn wir die Schule offen frei geben und nicht die Kontrolle über die Schule haben, haben wir nicht mehr die Kontrolle darüber, wieviele noch drin sind. Wir wollen nicht, dass in der Schule wieder mehr Menschen leben. Sie können rein, sie können raus, an jedem Ort sich treffen, wenn es größere Veranstaltungen geben soll, haben wir auch immer angeboten, dass wir Räume organisieren. Wir führen mit den Leuten in der Schule Verhandlungen, oder besser es werden Verhandlungen mit ihnen geführt, dahingehend, dass wir die Schule tatsächlich nicht auf 15 Mann beschränken wollen. Wir wollen aus diesem riesigen Gebäude ein Angebot für Flüchtlinge machen – das ist das Ziel. Nicht, dass 15 Mann auf tausenden von Quadratmetern leben – das ist kein Ziel, das ist ein Zwischenstand. Was nicht geht, was auch immer wieder von Künstlern usw. als Idee reinkam, war dort große Events zu machen, Festivals, Theaterprojekte etc. Vielleicht muss ich mal erklären, warum wir bei der Schule als Bezirk so streng sind. Natürlich kann man denken, was stellen die sich so an, gebt die Schule frei, alle die da rein wollen, können rein und die organisieren sich irgendwie. Diese Schule ist Eigentum des Bezirks, d.h. Wir sind verantwortlich für alles was dort passiert. Deshalb gucken wir, ob der blöde Brandschutz eingehalten worden ist, dass es nicht brennen kann, dass die Leute, wenn es brennt, rausrennen können. Das ist keine Schikane. Wenn da jemand stirbt, weil es brennt, bin ich verantwortlich.

Wenn es ein freies Haus werden soll, dann muss es gekauft oder gemietet werden, aber was braucht es? Geld. Warum scheitern denn bisher alle großen Konzepte und Ideen? Weil wir keine Gelder bekommen, weil die Träger keine Gelder bekommen, wenn die Situation, so ist wie sie gerade ist. Mit einem Supporter hab ich vor zwei Jahren darüber gesprochen, der hatte tausend Ideen.. Mietersyndikat, hier ne Stiftung und da ne Stiftung, das Haus gemeinsam umbauen… Ich hab gesagt: “Ja, ist gut, machen wir!” Die, die das kaufen wollen, die, die Kohle haben, kommt bei mir einen Termin machen und dann machen wir die Vertäge. Super, kein Thema, kein Problem, machen wir.

Seit zwei Jahre- kein einziges Angebot. Nur bla, bla, bla, bla, bla.. Also haben wir uns Gedanken gemacht, haben gedacht, ok dann suchen wir einen Träger. Also die Diakonie, die waren bereit, zu sagen, wir versuchen einen Bankkredit zu kriegen, und über den Bankkredit können wir eine Sanierung machen, dann können wir das Flüchtlingszentrum entwickeln. Das waren die einzigen, die gesagt haben, ok, wir machen mit euch einen Deal. Dann kommt eine Aktivistin vom Oranienplatz und sagt: “Wir kaufen das Haus!” “Ok, kauft das Haus, 5 Millionen. €.” “Mmh, ein bisschen viel..” Die Männer im Haus sagen, von dem Haus wollen wir 20% Fläche. Wir sagen: “Ok, 1 Millionen”, wir sagen: “Aber, es kann eine Lösung geben. Ihr, die Bewohner_innen der Schule, zieht einen Moment aus, ihr kriegt WG’s, ihr kriegt Wohnungen oder der Pavillion wird umgebaut. Die Diakonie geht zur Bank, nimmt den Kredit auf, das Haus wird umgebaut, mit den Männern, die da jetzt drin wohnen, die dafür Geld bekommen, dann ziehen sie wieder zurück und der Rest wird ein Zentrum.”

Nein, machen sie nicht. Sie haben kein Vertrauen – Ich auch nicht. Es gab eine Person mit der konnte ich sprechen. Wenn wir beide was verabredet haben, auch wenn es sehr schwer war, dann haben wir überlegt, wie können wir einen Weg finden. Hier hör ich nur “Nein, nein, nein, nein, nein..”

Heute vorm LaGeSo, vor der Stelle Tiergarten, sind hunderte von Menschen sind obdachlos. In der Schule hab ich Platz für 150 Menschen, kein Lager, kein Lager. Ich hab euch gut zugehört. Wir haben einen guten Plan, was wir aus dem Haus machen können. Es soll ein Haus für Frauen und für Familien werden. Wie gesagt, ich hab sehr gut zugehört, mit Arbeit, mit Volksküche, mit medizinischer Versorgung, alles, was immer wieder eingefordert worden ist von der Bewegung. Alles könnten wir machen. Das ist der Status Quo, das ist schwierig.

10. Können Sie uns das Social Center geben?

(Lacht) Die Jungs da drinnen haben keine Lust, dass es sich verändert, ansonsten würde ich euch empfehlen, zusammen mit der Diakonie es zu machen. Aber ich werde nicht sagen, ihr müsst zuerst die Jungs rausschmeißen, das machen wir ja. Die müssen sich selber bewegen. Warum wir uns auch an die Diakonie gewandt haben, hatte noch einen zweiten Hintergrund. Die Diakonie ist Teil der evangelischen Kirche und wir hatten mit der Kirche vereinbart, dass wir einen Teil des Hauses weihen lassen, um dort die Möglichkeit eines Kirchenasyls aufzubauen. Der Plan war, dass wir 10-15 Plätze obligatorisch für Illegalisierte haben, die ohne Papiere hier sind und die wir in Sicherheit unterbringen müssen. Die Diakonie ist Teil der evangelischen Kirche und dadurch in einem sehr großen Netzwerk, d.h. wenn man als kleinerer Träger oder kleinerer Verein in Kooperation geht, hat man mehr Möglichkeiten.

Gespräch/ Austausch

IWS: Wenn ich höre, wie Sie über die Schule reden- das ist mein persönlicher Eindruck- wenn Sie die Zeit in der Schule verbracht hätten, die wir dort verbracht haben,17 Monate.. Wir haben ein komplett anders Verständnis, von dem was es war. Es war nicht der Horror, den manche Leute sich vorgestellt haben. Ich weiß, dass Leute von außen nicht wirklich verstehen konnten, wie wir uns organisiert haben. Ich habe mich dort zu Hause gefühlt. Das geht in die Richtung des dritten Raumes, über den Sie geredet haben. Ich meine, Sie haben Ihr Verständnis von Selbstorganisierung und wir haben unseres und der dritte Raum ist, wo wir zusammenarbeiten müssen. In der Zeit, in der wir auf dem Dach Widerstand geleistet haben, war keiner betrunken, es gab gar kein Alkohol im Haus. Wenn Sie die Gelegenheit gehabt hätten, da zu sein, hätten Sie gesehen, wie unser Selbstorganisierung funktioniert hat, während all dieser neun Tage.

Monika Herrmann: Mit dem dritten Raum ist es das eine, jede Situation ist wie ein Mosaik. Das heisst, du hast dein Blick und ich hab meinen. Selbst wenn wir am gleichen Ort gewesen wären, hättest du es so gesehen und ich hätte es so gesehen. Ich hätte gerne mal zur Aufarbeitung alle an einem Tisch, um alle Blickrichtungen zusammen zu tun, sodass man dann ein Bild hat. Ich würde auch gerne die Journalisten noch mit dazu nehmen, die das ja zum Teil ja sehr intensiv begleitet haben. Das ist noch zu früh, aber irgendwann würde ich das wirklich gerne mal machen, weil ich glaube auch, dass es ein interessantes Bild gäbe. Und das, was du gerade gesagt hast, habe ich zum Teil auch gehört, aber eben auch die anderen Dinge und zum Teil habe ich die auch selber erlebt. Ich war in der Schule jetzt nicht so sehr oft, aber das war dann zum Teil auch schon…, ja nervös..

Und das mit der Familie, das sehe ich auch so, das ist mir bei einer Bewohnerin sehr stark aufgefallen. Ihr haben wir Arbeit angeboten, eine Ausbildung, wir haben ihr 4 Mal eine Wohnung angeboten und ich hab verstanden, dass sie nicht weg wollte. Weil sie immer sagt, sie lebt dann alleine in Reinickendorf in einer Wohnung und die Alternative ist hier und ich verstehe, wenn sie sagt, dann ist sie hier lieber in dem Chaos. Sie hatte sich ja ihr Zimmer erarbeitet. Das habe ich verstanden.

Es ist auch ein Unterschied, was ich aus der momentanen Situation verstehe und aus der individuellen Situation der unterschiedlichen Menschen, was ich aus meiner Position letztendlich auch betrachten muss. Das ist nicht immer Deckungsfähig. Das ist dann eben der schwierige Balanceakt, Das ist manchmal so.

IWS: Ich würde auch ganz gerne noch was sagen, weil ich schon lange mit in der Schule bin und auch weiterhin den Prozess mit beobachte. Ich sehe es wirklich einen schwierigen Punkt, dass niemand, absolut niemand in die Schule reindarf. Die Situation von den Leuten drinnen ist sehr schwierig, weil sie sich wirklich eingeschlossen fühlen da drinnen. Wie soll man einen Ort organisieren, wo keiner rein darf?

Monika Herrmann: Es dürfen ja Leute rein- es ist ja nicht so, dass niemand rein darf.

IWS: Naja, die Leute die drin wohnen.

Monika Herrmann: Es darf regelmäßig die medizinische Versorgung rein, es darf der Anwalt rein, es dürfen die ganzen Verhandlungsgruppen rein.

IWS: Die ganzen Verhandlungsgruppen? Die Diakonie..?

Monika Herrmann: Es waren von der evangelischen Kirche Leute drin und letztens war nochmal eine andere Verhandlungsgruppe drin.

IWS: Über Fixpunkt meinen Sie? Ich glaube es würde die Situation sehr viel mehr entspannen, wenn wir uns z.B. In diesem Social Center treffen könnten, weil die Leute dann die Leute das Gefühl hätten, dass sie einen Platz haben, wo sie andere Menschen einladen können. Es ist eine komplett andere Atmosphäre, wenn wir uns sonst wo in einem anderen Raum treffen müssen.

Monika Herrmann: Aber so ist es nicht.

IWS:Warum?

Monika Herrmann: Weil ihr das nicht unter Kontrolle habt, ganz am Anfang, kann ich euch sagen, wer mit dafür war, dass wir da einen Sachschutz hinstellen: Bewohner aus der Schule. Weil sie einen Horror davor haben, dass die Roma-Familien aus dem Görlitzer Park und damals noch von der Cuvry Brache dort einziehen. Und ihr habt es nicht unter Kontrolle und auch die 15 haben es nicht unter Kontrolle. Das ist der Punkt.

IWS: Aber nach der Räumung war die Situation ja mal eine andere. Es war ja durchaus mal so, dass auch Besucher zugelassen waren und das war kontrolliert.

Monika Herrmann: Und dann kam Party und dann kam dies und dann kam das. Und das ist es ja. Die Ideen, die sie selbst am Anfang hatten, dass sie es unter Kontrolle haben, das hat sich ja dann schon nach relativ kurzer Zeit angefangen zu relativieren. Da ging’s ja schon los, sie haben Leute aus der Schule rausgeschmissen, die sie selber zum Teil nicht haben wollten. Wo sie selber den Wachdienst gerufen haben, sie sollen die mal rausholen. In der Situation, in der wir jetzt sind, wird sich das nicht ändern können. Wir haben den Pavillion angeboten gehabt.

IWS: Wie, Sie haben den Pavillion angeboten gehabt?

Monika Herrmann: Damit wir das Haus sanieren können und damit es einen Treffpunkt geben soll, damit man nicht die Schule verliert als Ort weil man Angst hat, man wird dann rausgedrängt, sollte der Pavillion hergerichtet werden. Haben sie auch abgelehnt. Ich kann’s ja nur sagen. Die Frage ist doch: Warum? Natürlich haben sie Angst. Die einen haben Angst und die anderen wissen, dass es so wie es ist, ihnen relativ gut geht. Die verdienen Geld, haben ihr Ein-und Auskommen, es ist ok und sie haben sich eingerichtet. Sie leben da wahrscheinlich schon seit drei Jahren, es ist ihr zu Hause. Das ist mir vollkommen klar, aber so wie es jetzt ist, ist es nicht ihr zu Hause. Wenn es tatsächlich eine Kooperation gegeben hätte, als sie ihnen das allererste Mal schon angeboten worden ist, dann wär das schon fertig, dann hätten die da jetzt schon ihr Zuhause.

1Der Protestmarsch von Geflüchteten von Würzburg nach Berlin im Herbst 2012

2Hans Panhoff- Bezirksstadtratfür Planen, Bauen und Umwelt in Berlin Friedrichshain- Kreuzberger

3Dilek Kolat- -Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin

424.06.2014

5Monika Herrmann bezieht sich hierbei auf die Aktivist_innen auf dem Dach

6 Hakan Tas, Abgeortneter der Linksfraktion in Berlin

7Canan Bayram, Abgeordnete von Bündnis 90 Die Grünen in Berlin


Interview with district mayor Monika Herrmann

On August 7, we interviewed the mayoM1420004r of Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, from the Green Party. We wanted to hear about the district’s perspective on Refugee Movement in Berlin and about any changes to the their policies. In 2012 the movement was allowed to set up camp in Oranienplatz. A few months later, the Ohlauer school was occupied and the district begun negotiations, which lasted for more than one year. During the summer of 2014, the police and district authorities forced the majority of the inhabitants in the school to leave the building and accept temporary accommodation in different homes in Berlin and on the outskirts the city. On the day of the school’s eviction, some of us were inside the building. We saw the fear in the people who didn’t want to leave their house, but were too scared to face a police raid. The Roma families appeared to be the most frightened of the groups. They feared for their children, for the violence they could face of the police decided to storm in. They were the very last group to leave. Some of us from the International Women Space, decided to stay with the group who resisted on the roof. For 9 days we lived together under siege. Contrary to what the police may have told the district and the press, there was no alcohol or bombs inside the building and the knives the police saw were there, as in any house where people cook. The reality was that we were a group of people who felt the political responsibility to defend the house and develop the concept of a self-organized Refugee Center.

Interview

1. What is racism to you?

Racism? The first thing is that, once again, racism is very present in our German society. Racism is when you ostracise a group of people on the basis of ethnic origin. For me this has two sides, the one side is the racism that we talk a lot about here: the exclusion of people, attributing particular characteristics to people in a negative sense. But we also repeatedly have the situation – and for me this is the same mechanism – where we assign positive attributions, because people are black or because people are from Turkey, where it is said that everything is always ok with special exceptions made. Racism has two sides so to speak.

The discussions around racism and theories of racism are not specially developed in Germany. Not very many people recognise racism and racist structures. Instead people speak only about discrimination, to make it a bit softer. However I consider it to be still racism. A few years ago we had a situation at a school in which all children from non-German backgrounds were put into one class, This for me is racist. And I also think that in politics, especially someone in my position, we have to say: “This is institutional racism!” We do not often say it out loud. There is one scene in particular that speaks of racism, but the mainstream in Germany, the majority of society tries to avoid or deny the reality of this word.

I think that our German society is very much characterised by racism. I don’t just mean “Pegida” and co. those on the streets, but rather in everyday life. If I have a good “Abitur” – secondary school qualification – and then do not get a traineeship because my name is ‘Özdemir’ then that is not discrimination ~ it is racism. What is also new to our society in Berlin and in Kreuzberg is that there are increasingly people with African roots coming here. It did not used to be so distinctive, not like in Brussels, Paris or in London where there is a far longer tradition of many people with different skin colours living together. This creates a rivalry between migrants, which is something we need to deal with. First of all, in the Arab community, there is racism against people with African heritage and this is also present in the Turkish community. We also have what we call anti-Semitism, which is very prevalent and also racist because the structures of exclusion and racial characterisations are identical. It is not only mainstream German society that excludes others, but also among the minority groups themselves there are clear features of exclusion and racism. This is currently a very, very difficult topic.

My first experience in this direction was a meeting about Oranienplatz with the surrounding residents, who wanted the site empty. Many of the neighbours were people with Turkish background. The supporters, who had previously strongly stood up for the Turkish community, were now suddenly standing behind the African community on Oranienplatz. As a result the representatives of the Turkish community were very confused that their supporters appeared to be now on the other side. I would definitely say it was very sensitive.

These are new experiences that we haven’t seen before in Friedrichshain-Kreuzberg. I don’t have any answers yet as to how to deal with them. Over my three years as mayor, new and different dynamics are entering Kreuzberg society.

2. Do you believe in institutional racism?

The mechanisms of institutional racism are there, because German society is racist – I mean it in a broad way. Sometimes I see groups of people who are aware of racism and are rising against it. These are political groups, people who are themselves affected by racism. Generally though, I don’t see the majority of the German society as particularly developed in this regard. I don’t know if we have taken a step backwards, if we have had a “roll-back”, or whether it was something that has been always there, hidden and is coming out now. I haven’t come to a conclusion yet.

Of course you can find this racism in all institutions. There are no exceptions: the school, the district office, political structures, i.e. political parties or the Parliament. It is not just reflected in the Foreigners Office – which is the worst example we have. No, it is actually everywhere because we don’t really deal with diversity – again, that is such a nice, soft word – because we don’t really deal with the fact that the people who are here, are the people who are here. Does that make sense? It means that we are not dealing with the fact that this is our society. And we have to be careful that this is the discussion that we would like to have: “All humans are equal!” Yes, all humans are equal, but they do bring different, individual stories with them and they have different experiences and I have to acknowledge that when we are having a discussion.

In Germany when people speak about integration, for the majority it means assimilation. You have to be like me, because I am the norm. I have a different concept, which I try to apply in the Youth Welfare Office. There is an approach called ‘the third room’, which comes from the USA and is linked to the so-called anti-bias-approach. ‘The third room’ is like this: you come out of your room, I come out of my room and the room we meet in is the third room. We have to negotiate together how we want to meet each other in this third room. I don’t want to change your room, you shouldn’t change my room, but rather negotiate in this room what rules we want to have, how we want to meet. This is also the room where each of us has to make compromises because without compromise, it doesn’t work. That is the theory… The reality is very, very hard, but it is a concept that we try to implement here at the Youth Welfare Office.

I made it compulsory for each employee of the Friedrichshain-Kreuzberg Youth Welfare Office to receive diversity training. Initially I tried it out on a voluntary basis, but there weren’t enough volunteers. So then they received it as an order and now everyone has to take diversity training. Later on it will develop further, but this is at least a start that everyone has to make. It is the only department in all of Berlin where something like this is consistently carried out: from the city councillor to the caretaker.

3. Are you a feminist?

Yes. (laughs) my political roots lie in the autonomous, lesbian movement of the 80´s. The lesbian movement was feminist. Later I decided to work in party politics and I was no longer active in the autonomous scene. I consciously decided to enter the institutions: the institutional political party and the institutional administration. I’ve been in the administration for 25 years because I really wanted to change things. I am confident that we need the streets and I support the autonomous groups, be they the lesbians or the Antifa – we definitely need these groups on the streets. But we also need the people who try to introduce basic concepts into the institutions, administrations and political parties, even if one can only partially implement them. This is a very difficult path because the antagonist positions are very, very strong and far apart from each other. And I see, as my political duty, to try again and again to bring my political convictions into these structures. Sometimes it works, sometimes not. With respect to the political party, I have certainly taken an easier way. It would have been probably a greater challenge to step into the CDU. I chose the Greens, because I know the party has many people who see things the same way as I do. Because I entered public administration, I have now been fighting over 25 years for a change within bureaucracy, administration and politics. Hence I am very obstinate. The problem with this position is that if you try to go this way, the streets will say “You’re not doing it good enough! You are not 100% of what we want”. The streets will always complain and say: “Traitor!” The other side will say: “You are too radical, you don’t fit in here! This is all a provocation!” And then you are in the middle. It is never easy to find a balance and you do not always succeed and when you fail on one side it hits: “Bang!” and then on the other side: “Bang!”

4. Women have been fleeing from war, poverty and gender persecution. In most cases from these three factors together. What is your position regarding refugee women? How much are you, as a woman, concerned?

If we look at traditional German asylum policies, there are precisely two points that are not reasons to seek asylum: being a woman per se and then homosexuality, in this case lesbianism. Everything that plays a role in the real lives of women, such as sexism, exclusion, discrimination is completely side-lined through this type of asylum policy. The realities of women are not seen and are ignored. I think that there is an urgent need for change in this regard, in particular when considering lesbian women. We also need to change the expectation that women who come here have to be married to men for so and so many years in order to gain their independence regarding their right to stay here. This also affects Turkish women for example ~ so it’s not just women from war-torn countries who are persecuted.

It was through your space, the International Women’s Space, that I actually was confronted for the first time with the housing situation in conventional facilities. I only then realised through discussions with you, that at the end of the day, sexism and sexual harassment continue here, and that women are not protected against sexual violence, usually because there are no women spaces. Again, if women come here with their families, they are generally dependent upon men. Rarely are they truly free, or indeed can be free, as they are often kept within their traditional roles, one that German society also upholds, which is looking after the children, usually staying at home. If there is work it is mostly reserved for the men. That means that the dependency of women persists here. That’s why I thought that the example you set in the Gerhart-Hauptmann-School was important. I thought that the reasons why you formed your group was not adequately recognized. And based upon our discussions, it was agreed that if the Gerhart-Hauptmann-School became a Refugee Centre, there would be a separate floor reserved for women only. This is also a result of your work. I have to make this clear.

5. Asylum seekers have been fighting for their rights for nearly three years in the streets of Berlin, especially in Kreuzberg. What is your political position about the self-organization of refugees in Oranienplatz and within the school? And do you feel like you represent the Refugees?

Whether I represent them? I don’t think so, as they would have to accept me and I don’t believe they do. We can gladly talk about the self-organisation at Oranienplatz and in the school. I believe that it was important that Oranienplatz was occupied. I also think that it was important to use self-organisation as a concept in the political struggle. The experience that we shared was that neither the school nor Oranienplatz was self-organized. Self-organisation and self-governance are one of the most challenging forms of living together. The political part of the movement tried it. The majority were not political, but instead were content to be safe, at Oranienplatz and in the school. For them it was enough to have a mattress, a roof or tent, water and toilets in the school. Primarily they wanted to have a place where they were safe and they wanted German papers, which I think is normal. I would have wanted the same.

The men from Oranienplatz, as well as from the school, but mainly from Oranienplatz, told me they wanted to get out of that slum, out of the dirt, away from the violence. They wanted German papers, they wanted work, then they wanted their own flat. The majority didn’t intend to keep Oranienplatz as a self-organized living place forever, but they wanted it for the political exercise. And that is the problem with self-organisation. It was a political idea, which I can very well relate to, and to an extent, I also support, but the majority of the refugees had a different idea.

6. For sure there is a reason for the refugee movement to grow big in Kreuzberg. We recognise that initially there was support coming from the district. Don’t you think the historical moment for a change was missed when the district decided to evict? What changed in your mind regarding the school, that after months of negotiations, through Hans Panhoff’s meetings, you decided to evict?

Here we also have another myth. We did not evict Oranienplatz, nor the school. If we as a district had cleared out both places, a special force unit of the police would have forced the people out with violence. What I have always said is: “We will not evict either places with the police!” The first ones who occupied Oranienplatz were no longer the same ones at the end. One has to know that there was a complete swap. Those who came from the Caravan1 were mainly people from Iran, Iraq, I believe, also from Syria and that was a very, very, very political movement. Those men who were on Oranienplatz at the end, did indeed political actions, but for them it was mainly about getting papers and accommodation.

I think it was October when the men on the Oranienplatz told me: “We don’t want to live here anymore, organise a house for us!” So I said: “Why? This is new to me, I thought you wanted to have this place occupied also as a living space symbol?” You have to imagine eighty men standing around me. I am very small and they were all standing, shouting and screaming. It was very, very, very dynamic (laughs) and they said: “We, the ones who are standing here, you are speaking to us now, you are not speaking to the supporters, we the ones who are standing here, we want to get away from here! Get us a house!” Then I said: “Ok, then we will try to find a house!”

To be specific, almost all the men on Oranienplatz, as well as in the school, were illegalized with no right to receive accommodation from the state. The most important demand was “We want a house!” I then made it public. The resistance of the district against Henkel, the energy of the movement, the solidarity of the population, all that put together, meant that 570 accommodations were successfully squeezed out of the Berlin Senate. It was a thrill because all 570 people were illegalised and yet together we forced the Senate to its knees. The reason why this is not positively remembered is the fact that, amongst other things, one promise was broken. The Interior Senator had agreed to it. I was there. I heard it, so it was not a rumour. He really said that the asylum cases of the 570 people would be transferred to Berlin and verified. However he did not transfer the cases to Berlin and that is how he checked: he looked at a large asylum data base in the big German computers: “Ah, Cem Özdemir submitted his asylum claim in Baden-Würtenberg – therefore Cem Özdemir is illegal in Berlin.” We knew that before. That was it. And that was the broken promise, that was the betrayal. If he had kept his word, not everyone would have received a positive review of their asylum application, not everything would have been decided positively. That was obvious to all of us, but for many there was a good chance. And for any one person who had received a positive result, this would have meant an individual success and also a success for us all.

Now to the school. Interior Senator Henkel conditioned the promise of the Senate regarding the accommodation for the men, particularly from Oranienplatz, on the school, being treated in the same way. So each was linked to the other. In the school there were many, primarily men, who wanted to get out of the school and who wanted the offer. A second link was: Because people were illegalised, the Senate enacted a special rule so the Senate didn’t act illegally. It was also stated in the paper what time the people had to take down the tents, namely on the same day the decision had been taken, precisely on the same day within one hour. If the men from Oranienplatz had not accepted this, the promise would have become obsolete. This also applied about one week later, to the school. So Hans Panhoff was in the school and told this to the people. Ms. Kolat2 had been negotiating secretly for three months, we were not informed, we did not know anything. She said that she had apparently been discussing this with representatives from the school. When Hans Panhoff said: “Well people, it looks good.” They said: “No one has spoken to us.” I believe the refugees. I actually believe that Ms. Kolat did not exchange one word with the people from the school. I believe that Ms. Kolat was only focused on Oranienplatz and that, at the very last minute, Interior Senator Henkel forced the school on her. So it was perfect chaos.

It took three months to provide the alternative accommodation for the people from the school. During these three months the school was an emotional nightmare for many of the people living there. Like everyone else they had the impression there could be papers and they waited every single day for the Senate to make happen what they promised.

We know that living together in the school was never easy. There was always violence, there were always emotional states of exception, there was always lots of alcohol, lots of drugs. We know all of that. But towards the end the emotional situation was so bad that it escalated even further. And we know that during this time, one man perished. That is something where I very clearly state that if the Senate had acted quicker upon its promises, the man would still be alive. It was not a question about whether a shower was there or not. The longer it took, the more depressed people became, the more helpless and angrier they got. We couldn’t build any additional political pressure as we were all waiting for the implementation of a promise that had already been made.

After three months of waiting, a second special arrangement was made by the Senate and again with this one, there was also the requirement: we decide and you have one hour until people can start moving out. If you don’t get this sorted and the people don’t move out, then everything is obsolete, i.e. everything is invalid.

The previous Friday, Hans Panhoff was in the school. On Tuesday3 many people were there and waited to move out. I had said beforehand that I’m sure that not all people would move out, that those who saw the house as a political space would not move out. This also then happened. The problem in fact was that they were on the roof. There is no railing on it, it is slightly inclined. So it was a very, very, very dangerous situation. The estimation of the police was that there were possibilities in the house. They spoke of bombs and Molotov cocktails to set the house on fire and that in the stairwell, a lot of benzene had apparently been spilled. One of the residents said, and the police filmed it, that he would set the house on fire. He had already said it before in every meeting. So in that case I’m not sure how seriously or not seriously it was meant. In any case the police regarded the situation as very hazardous. So much that they said they would keep the status quo. So it was ok for now to keep the status quo because there was the idea that, if the police would march around, the colleagues4 might get out their bombs, I don’t know. But I do know that they had, for example, some pretty big knives. If a small scuffle had broken out, someone would have, at the very least, been harmed. Whether they would have died necessarily, I don’t know. Whatever the possibilities, the roof certainly made the situation dangerously volatile.

And then the police closed off Kreuzberg 36 for nine days. And I clearly state here: without any reason. We sat here for many nights with the police. Chief of Police, State Secretary for the Interior, the men with many stars, and tried to get the siege lifted. The police said that we didn’t have any authority to decide. That it was a highly risky situation and that they had to close off so much of the neighbourhood, otherwise it would be fraught with danger. The game they were playing with us was to say that there was a threatening situation at the school’s ground and they would decide who was allowed in and out. The police, and not the district, said that the Press were not allowed on the premises.

The situation is comparable to the one when Napuli5 was up the tree. The police didn’t want Napuli to receive any food or drink, that she would starve. I said: “No one will starve in my district!” A police officer stood under the tree and when Hakan6 and Canan7 came to bring Napuli something to eat, the police officer said that the district had forbidden Napuli to receive food and drink. We did not forbid, quite the opposite.

In the school it was the same situation and the emotions in front of the school became very volatile. I received death and other ominous threats. The people here ~ the district council, the city councillors, my colleagues, including myself ~ we are not at all experienced in this type of crisis situation. According to my understanding, back then, it was a situation of life or death. Which decision was right? To leave it to the police? What if someone had fallen off the roof? You were deciding about human lives. And all those who now say you should have done this or that, have no idea of the horror we faced because we didn’t know what was right and what was wrong.

We asked the police to help us. They have special forces trained in psychology. These are not people with weapons, but people who talk. They work, for example, during hostage situations. The police said that this special team would not help us because we had not yet requested an eviction. My psychologists here know about children and about families, but they are not specialist psychologists for such situations.

The situation was not moving forward positively. When the district tried to get into a conversation with the boys on the roof, then two very stoned, quite drunk young men came down and only said: “We want papers. If you don’t have papers then leave!” Anyone who knows what the atmosphere was like might understand why Hans Panhoff said that the police should come to evict. His idea was that the men would then be ready to negotiate and not just sit on the roof and say: “No, no, no, no, no”, but that there would be a shift in the conversation. Maybe it happened ~ some shift came. At that point I cannot say whether it was right or not. I said I wouldn’t do that. I mean, there was no request for an eviction to the police. I cannot really say whether it was right or wrong, I just know that I would have decided differently.

In this game there was the other partner. We had a second source of pressure that was onerous. There weren’t just the people on the streets, or people in the neighouring houses, but again the police. The police said: “If you do not have a solution by 12 o’clock or submit an eviction request, we will then call off all units.” And there we might have had a differing position.

If the police had left, what we do all know is that it would have taken less than an hour for the whole house to be occupied again from top to bottom. We didn’t want that because we would have gone back to the beginning, considering that self-organisation hadn’t worked. Chaos and hell previously present, would have been back. So we said: no new occupations in this house, then the status quo. Hans submitted an eviction request, but made a deal with the police, where in the end he could decide if there would be an eviction or not. He tried to keep the back door open for himself. Whether the police would have stuck to it or not, I don’t know. I really don’t know. Obviously, the police were not good partners. So that’s how it was. And Hans signed a paper, which I considered wrong because he signed off on things we couldn’t guarantee. The people on the roof got crazier and he was afraid that if he didn’t sign, the police would leave and the situation would go on endlessly. I would say he lost his mind, but after a nine-day siege and psychological terror from the Chief of Police, I can’t really blame him. Can I? At some point you’re done.

I think the following day there were only two police vans left in front of the school. Suddenly they no longer needed hundreds of police officers to barricade the whole of SO 36. To change from one hour to the next like that, you know that they had been lying. The Chief of Police and Henkel, the Inner Senator, they wanted to achieve something and they were successful. They wanted to antagonize the people in the Green heart of Berlin against the Green party. We were supposed to become the scenario’s object of hate, among even normal civil supporters and it worked. It was not about refugees. It was about Black-Green in Berlin, because the Greens in Friedrichshain-Kreuzberg don’t want Black-Green, under any circumstance. If we are weak in Friedrichshain-Kreuzberg, the probability is higher of right-wing forces asserting themselves within the Greens.

7. What do you think of what Angela Davis said that the refugee movement is the movement of the twenty first century, the movement that is calling for the rights of all human beings? And why when Angela Davis came to our district her entrance in the school was denied?

Angela Davis could have just as well met in a public space such as Oranienplatz. I would have very much welcomed this. I would have also appreciated it if she had contacted me. I think we must regard these things more honestly. It is one thing when one of the most famous human rights activists, a freedom fighter and feminist, comes to Germany and takes a stand against the wrong German refugee policy. To do this at Oranienplatz, would have been perfect. It is another thing when supporters approach someone with a very famous name – this was genius I thought – to try and provoke once again, to make the district look like a bunch of racists. It was not about Angela Davis. It was about trying to make us look like the worst racists. So I said: “We’re not doing this!” I was very, very disappointed as I am a huge fan of hers. I used to walk around with a “Free Angela” badge. I would love to have met her personally. But if people have another plan… in my opinion such things don’t do any movement any favours. A political celebration, in public, where anyone could have gone to – fantastic! Instead of it we had random music bands at Oplatz, pseudo-political, blablabla, and then when one could finally have done political work at Oplatz, nothing happened. This Oranienplatz is known throughout Europe, famed far beyond Europe. There is permission to do something on a relatively large space there. What is going on with the movement? Should I be coming up with things? I have ideas. It’s not a question of money. You just need ideas and not those of the white supporters who are running around everywhere. Ok, that’s a different subject.

8. Why are people in the school not allowed to get visitors?

Because we will not open the school. If we open the school and do not have control over it, we will not have control over how many are still in there. We don’t want more people living in the school again. They can go in, they can go out, meet at any place, if there are larger events planned, we have always offered to organise rooms. We are negotiating with the people in the school ~ I mean negotiations are being conducted with them ~ so that the school won’t be limited to fifteen people. We want to use this huge house for refugees. This is our goal ~ not just fifteen people living in thousands of square metres. That is not a goal. That is the interim solution. What is not possible, although we keep being asked by artists and so on, is to have bigger events there, such as festivals, theatre projects etc. Maybe I need to explain why, as a district, we are so strict with the school. Of course one can wonder why there is so much fuss. Open the school for all who want to go in and somehow they will organise themselves. This school is property of the district, which means we are responsible for everything that happens there. That’s why we check whether the stupid fire protection measures are observed, so it cannot burn and if it does catch fire, people can escape. This is not harassment. If somebody dies there because the building’s ablaze, then I am responsible.

If the school should become a free house, then it has to be rented or bought ~ but what is then needed? Money. Why have all big concepts and ideas failed until now? It is because we don’t get funding. Organisations who could apply for financial support, don’t get the money with the situation being as it currently is. Two years ago, I spoke with a supporter about it. He had thousands of ideas…Mietersyndikat8… this and that foundation, renovating the house together… and I said: “Yes, that is good, let’s do it!” Those who want to buy it, those who have the money, come and make an appointment with me and we can do the contracts. Super! No big deal, no problem. Let’s do it. Two years have passed with not one single offer ~ only bla, bla, bla, bla, bla…

So we gave it some thought and said ok, we will look for an Organization. The Diakonie9 was ready to apply for a bank loan to carry out the renovation work to develop the refugee centre. Those were the only ones who said, ok we will make a deal with you. But then one activist came and said: “We will buy the house!” “Ok, buy the house, 5mil€.” “Hmm, a bit too much…” The men in the house said: “we want to have 20% of the house.” We said: “Ok, 1 mil€.” and we also said: “But there could be a solution. You, the people living in the school, move out for a moment, get shared flats or apartments or we rebuild the pavilion.” The Diakonie goes to the bank, takes the credit, the house is renovated together with the men who are currently living there, who will be paid for it and then they move back and the rest becomes a centre.
No they won’t do it. They don’t trust us and neither do I trust them. There was one person I could talk with. If we both could have agreed upon something, even if it was very hard, we could have worked out how to find a way. I only heard “no, no, no, no, no, no..”

Today in front of the LaGeSo, in Tiergarten, hundreds of people are homeless. In the school, I have space for 150 people. It is not like a Lager10. I have listened carefully to you. We have a good plan for what we can create in the house. It is to become a house for women and for families. As I said, I have listened very carefully – to include work, people’s kitchen, and medical care – everything that has been repeatedly demanded by the movement. We could do all this. It is the status quo that is difficult.

9. Can you give us the Social Centre?

(Laughs) The boys in there are not up for changing anything otherwise I would recommend you to do it together with the Diakonie. I will not say that first, you have to kick the boys out. That is our job. They have to move for themselves. Also the reason why we turned to Diakonie, was a second motivation. As they are part of the Evangelical church, we have agreed with the Church to consecrate the house in order to create the possibility of a Church Asylum. The plan was that we would keep ten to fifteen places for illegalised people with no papers and in need of safe accommodation. The Diakonie is part of the Evangelical Church and therefore has a very wide network, which means that when smaller organisations or small associations enter co-operation, there are more opportunities.

Conversation/Exchange

IWS: When I hear you talking about the school – this is my personal impression- if you were there the time we were there, seventeen months – I mean, we have a completely different understanding of what it was. It was not the horror some people think it was. I know people from outside cannot really understand how we organized ourselves. I felt at home there. That goes to the direction of the Third Room you were speaking about. I mean, you have your way of understanding self-organisation and we have ours and this Third Room is where we have to work together. Also during the time we were resisting on the roof, no one was drunk, there was no alcohol in the house. If you had had the opportunity to be there, you would have seen how it worked, our self-organisation during all those nine days.

Monika Herrmann: there is this thing with the Third Room. Every situation is like a mosaic. That means, you have your view and I have mine. Even if we had been at the same place, you would have seen it in one way and I would have seen it differently. In order to be able to progress, I would like to have everyone around one table, to get all viewpoints, to process a complete picture. I would also like to include the journalists who, to an extent, have followed it very intently. It is too early, but at some point I would like to do it because I think it could result in an interesting outcome. And what you just said, in parts I had also heard, but also I heard the other side and also partially experienced myself. I wasn’t in the school that often, but in a time when I was there, it was…well… tense.

And what you said about family feeling, I have the same opinion. I very much noticed it with one woman from the school. We offered her work, we offered her a traineeship, we offered her an apartment four times and I understood that she didn’t want to leave. She repeatedly said that then she would be living alone in Reinickendorf, in a flat. The alternative would be here and I understand when she said then: “rather here in the chaos”. After all she had worked hard for her room. I appreciated this.

There is a difference in perspectives. I have to consider my current point of view and the individual situations of the various people. And these two positions don’t always fit together. This is difficult to balance. Sometimes it is just like this.

IWS: I would also like to say something because I have been in the school for a long time and I continue to observe the process. For me it is really a problematic point, absolutely no one can enter the school. The situation of the people inside is very difficult because they really feel imprisoned. How are you supposed to organise a place when no one can get in?

Monika Herrmann: People are allowed in – it’s not like no one is allowed in.

IWS: Well, the people that live there.

Monika Herrmann: Medical care is allowed in on a regular basis, Lawyers are allowed in, whole negotiation groups are allowed in.

IWS: The whole negotiation groups? Diakonie?

Monika Herrmann: People from the Evangelical Church came inside and recently also another negotiation group entered.

IWS: Via the Fixpunkt you mean? I think it would very much relax the situation if, for example, we could meet at the Social Centre, then people would have the feeling that they had a place where they could invite others. It is a completely different atmosphere when we have to meet in a random place.

Monika Herrmann: But it isn’t like this. Why? Because you don’t have it under control. I can tell you who right in the beginning was up for putting security control there: the residents of the school. They were petrified that the Roma families from Görlitzer Park, and from Cuvry Brache would move in there. And you don’t have it under control and the fifteen people living there don’t have it under control. That’s the point.

IWS: After the eviction, the situation was a different one. There were visitors allowed in and that was under control.

Monika Herrmann: And then there were parties and this and that. And that is it. The ideas that they had in the beginning, that they had the building under control, began to fade after a relatively short period of time. It began with them kicking out people they didn’t want to have in the house, where they called the security to get them out. In this situation we are right now, nothing will change. I have offered the pavilion before.

IWS: What do you mean, you have offered the pavilion?

Monika Herrmann: The pavilion should have been renovated first so we could then renovate the house and continue to have a meeting point and no one would loose the place. But because the people were afraid to be kicked out everything was rejected. This is all I can say. The question is why? Of course they are scared. Some are scared, but the rest are comfortable with the way it is. They are earning money, and have their incomes. It is ok and they are settled. They have been living there for three years now. It is their home. I know this, but how it is now, it is not their home. If we really had had this co-operation, as it was offered the very first time, then it would have been finished already and they would have their home now.

1 Note of International Women Space: The Protest March from Würzburg to Berlin in the Autumn 2012

2IWS: Senator for Work, Integration and Women Dilek Kolat, the party SPD

3 IWS: 24.06.2014

4IWS: Hermann is referring to the activists on the roof

5 IWS: Napuli Paul Langa, Oranienplatz activist

6 IWS: Hakan Tas, the party Die Linke

7 IWS: Canan Bayram, the party Bündnis 90 Die Grünen

8 IWS: The Mietshäuser Syndicat, an association of house projects and initiatives from all over Germany

9 IWS: Diakonie is a social work organisation of the Evangelical/ Protestant churches in Germany.

10 IWS: German refugee camps / homes

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One thought on “Monika Herrmann: ein Interview mit der Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg

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